Weisweiler Elf



Zu unserem 2ten Turnier hatten wir erstmals Gäste aus Italien, genauer gesagt aus Udinese. Nach langer Anreise besuchte das Team am Nachmittag vor unserem Spieltag die Domstadt Speyer. Dort wurden sie auch von unserem Spieler Denis (Italiener) über die Spielregel aufgeklärt. Walking Football war zwar vielleicht ein Begriff, aber noch nicht praktiziert worden. So war die Turnierteilnahme überhaupt der erste Kontakt zu unseren neuen Sportart.

Erstaunlich war, dass Udinese/Avasinis den späteren Finalisten aus Ladenburg bezwang!!! Es waren allerdings die einzigen Punkte, was der Mannschaft den 5ten Platz in der Vorrunde bescherte. Aber was zählt, ist der Spaß beim Spiel und die Geselligkeit nach dem Spiel. Da waren alle Mannschaften auf gleicher Augenhöhe.
Am 20.06.2026 war es soweit. Wir durften unser Turnier nun zum zweiten Mal ausrichten. War es letztes Jahr schon heiß, so konnten wir dieses Jahr noch eine Schippe drauflegen. Daher haben wir den Start des Turniers kurzfristig um 1 Stunde vorverlegt.
Neben einigen Mannschaften, die wir letztes Jahr schon begrüßen durften, hatten wir erstmalig eine Mannschaft aus dem Saarland (SV Bliesmengen-Bolchen) mit am Start.
Da Italien keine Mannschaft zur Fußballweltmeisterschaft entsandt hat ;-), schickten sie uns das Team von Udinese/Avasinis zur Teilnahme. Genauer gesagt, kam der Kontakt über einen Mitspieler unserer Mannschaft zu Stande. Damit ist Udinese/Avasinis die Mannschaft, mit der bisher unangefochten längsten Anreise!

Gespielt wurde in 2 Gruppen, jeder gegen jeden. Die Platzierungsspiele wurden dann Erster gegen Erster, Zweiter gegen Zweiter etc. ausgetragen.
In der Gruppenphase gab es durchweg knappe Ergebnisse, was für die Ausgeglichenheit des Teilnehmerfeldes spricht.
Geleitet wurden die Partien von Schiedsrichtern aus dem Bereich Bruchsal, die recht konsequent Rennen und ‚härtere‘ Körperkontakte abgepfiffen haben. Insgesamt verliefen aber alle Partien fair und sportlich und die medizinische Betreuung hatte einen ruhigen Tag.

| Gruppe A | Gruppe B |
| Spvgg 06 Ketsch | Germania Friedrichsfeld |
| SG Bürstadt/Bobstadt | ASV Waldsee |
| FV03 Ladenburg | FC Lustadt |
| Udinese Calcio/AFA Avasinis | FV Sandweier |
| SV Bliesmengen-Bolchen |


Für uns lief das Turnier durchwachsen. Nach 4 Spielen standen 1 Sieg, 1 Niederlage und 2 Unentschieden zu Buche. Ein Törchen mehr im entsprechenden Spiel hätte uns das Finale ermöglicht. Für uns blieb das Spiel um Platz 7, welches wir dann freundlicherweise, denn wir waren ja Gastgeber, entspannt verloren haben.
Im Endspiel standen sich Friedrichsfeld und Ladenburg gegenüber. Nach regulärer Spielzeit stand es unentschieden, so dass eine Entscheidung durch Penalty schießen fallen musste. Dabei sicherte sich der FC Germania Friedrichsfeld den Turniersieg und durfte zu Recht unseren Wanderpokal entführen.


Eine kleine Galerie mit Eindrücken vom Turnier
Internationaler Vergleich zeigt: Walking Football ist nicht gleich Walking Football
Beim internationalen Walking Football Turnier trafen Auswahlteams aus Deutschland, Schweden und Polen in den Kategorien Frauen 40+, Männer 50+ und Männer 60+ aufeinander. In einem intensiven Turnierformat mit jeweils vier Spielen pro Team standen neben den Ergebnissen vor allem die unterschiedlichen Ausprägungen des Sports im Fokus.
Sportliche Ergebnisse
In der Kategorie Women 40+ dominierte Schweden das Geschehen und sicherte sich mit vier Siegen den ersten Platz. Polen belegte Rang zwei, Deutschland schloss das Turnier auf Platz drei ab.
Bei den Men 50+ setzte sich Polen vor Schweden durch. Deutschland blieb in dieser Konkurrenz ohne Punktgewinn.
In der Kategorie Men 60+ entwickelte sich ein enges Rennen: Punktgleich mit Schweden entschied Polen das Turnier aufgrund des besseren Torverhältnisses für sich. Deutschland belegte auch hier den dritten Platz.
Mehr als nur Ergebnisse
Der internationale Vergleich hat deutlich gemacht, dass Walking Football aktuell unterschiedlich interpretiert und gelebt wird. Während in Deutschland bewusst ein inklusiver, fairer und gesundheitsorientierter Ansatz verfolgt wird, präsentierten sich die internationalen
Teams in einer deutlich leistungsorientierteren und athletisch geprägten Spielweise.
Das zeigte sich nicht nur im Tempo und in der Intensität, sondern auch in der Art des Spiels: höhere Bälle, häufige Torwartaktionen und insgesamt eine robustere Zweikampfführung prägten das Bild.
Der Eindruck: Der Übergang zum klassischen Fußball ist in Teilen fließend.
Gleichzeitig wurde sichtbar, dass viele Spielerinnen und Spieler auf internationaler Ebene über einen leistungsnahen Hintergrund verfügen und entsprechend auftreten.
Klare Frage an die Entwicklung des Sports
Der Vergleich wirft damit auch eine
zentrale Frage auf: Wofür soll Walking Football stehen?
In Deutschland ist die Antwort bislang klar formuliert – ein Sportangebot, das unabhängig von Leistungsniveau, körperlichen Voraussetzungen oder fußballerischer Vergangenheit zugänglich ist und bei dem Fairness und Miteinander im Vordergrund stehen.
Die internationalen Eindrücke zeigen jedoch, dass sich parallel auch eine andere Entwicklung etabliert, die stärker wettbewerbs- und leistungsorientiert ist.
Fazit
Für die deutschen Teams war das Turnier sportlich eine Herausforderung, inhaltlich jedoch vor allem eines: ein wichtiger
Realitätscheck.
Der internationale Austausch bleibt essenziell – nicht nur, um sich sportlich zu messen, sondern auch, um die eigene Haltung zu schärfen und die zukünftige Ausrichtung des Walking Footballs aktiv mitzugestalten.
Quelle:Facebook / Walking Football Deutschland
Hier eine Reihe nützlicher/interessanter links zum Thema in unserem näheren Umkreis
Badischer Fussballverband: https://www.badfv.de/verein/sportbetrieb/walking-fussball
St.Leon-Rot, unsere Weggefährten von Anfang an: https://www.vfb-stleon.de/home/walking-fussball/walking-fussball

Quelle: Schwetzinger Zeitung vom 10. Sept. 2025

Quelle: Schwetzinger Zeitung vom 24. Juni 2025